Palliativarbeit

Wir werden auf die besondere Lebenseinstellung der alten an Tumoren erkrankten Menschen im ländlichen Raum, aber auch an die plötzlich an Tumoren erkrankten jungen Menschen reagieren und gemeinsam mit den zuständigen staatlichen Stellen und Entscheidungsträgern ein flexibles Konzept für die hospizliche und palliative Versorgung praktisch umsetzen. Dies befindet sich nun, nach Präzisierung und mehrerer Treffen, in der Endphase und somit sind wir bald an unserem Ziel:

der flexiblen stationären Hospizarbeit
dem Einrichten einer Spezialisierten Ambulanten Palliativ Versorgung (SAPV)
der ehrenamtlichen Hospizbegleitung, Beratung und öffentlichen Informationsarbeit

Netzwerk:

Ein Netzwerk verschiedener medizinischer Berufe ist notwendig um das Anliegen in höchstem Maße umzusetzen. Hierfür benötigen wir neben weiteren Ärzten und ehrlich engagierten Mitgliedern auch Kontakte zu Ergotherapie-, Logopädie-, Physiotherapiepraxen, Apotheken, Sanitätshäuser und Bestattungsunternehmen. Ebenso werden wir Kontakte zu den umliegenden Krankenhäusern und den schon bestehenden umliegenden Hospizvereinen aufnehmen. Derartige Strukturen bedürfen einer Koordination und die muss lückenlos funktionieren. Auch die, auf Wunsch der Patienten, seelsorgerische Betreuung wird in diesem Rahmen gewährleistet sein. Wer sich vorstellen kann diesem Netzwerk bei zu treten kann jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen.

Informationen zu Hospiz und Palliativarbeit

 

Palliativmedizin:

WHO Definition

Palliativmedizin ist die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten, mit einer progredienten, weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung der Schmerzen, anderer Krankheitsbeschwerden, psychologischer, sozialer und spiritueller Probleme höchste Priorität besitzt.

DGP-Definition

Die Palliativmedizin widmet sich unheilbar kranken Menschen mit fortgeschrittenem Leiden unabhängig von der Diagnose. Sie trägt dazu bei, dem Schwerkranken ein lebenswertes Leben zu ermöglichen. Sie unterstützt auch die Angehörigen der Schwerstkranken. Dies erfordert eine möglichst ganzheitliche, individuelle Behandlung, Pflege und Begleitung zur Linderung der körperlichen Beschwerden und Unterstützung auf psychischer, spiritueller und sozialer Ebene.

Palliativmedizin bezogen auf Tumorpatienten

Palliativmedizin ist die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, progredienten und weit fortgeschrittenen Tumorerkrankung und begrenzter Lebenserwartung, für die das Hauptziel der Behandlung die Lebensqualität ist. Zur Palliativmedizin gehören alle Maßnahmen zur Vermeidung und Therapie tumorbedingter Symptome unter Berücksichtigung der physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Probleme des Patienten, ohne dass Einfluss auf die Tumorerkrankung selbst genommen wird.

Thesen zur Palliativmedizin (E. Klaschik) siehe auch Sterbephasen von Kübler-Ross

§ Hoffnung auf ein Leben und Sterben in Würde
§ Wahrhaftigkeit in der Kommunikation
§ Respekt vor der Würde des Menschen im Leben, im Sterben und danach
§ Es ist nicht die Frage: “Behandeln oder nicht behandeln?”, sondern “Welche Behandlung ist die angemessene für diesen Patienten?”
§ Verzicht auf belastende, unnütze Therapiemaßnahmen
§ Gute Palliativmedizin ist in der Regel antizipativ und seltene Form einer Krisenintervention
§ Nicht der Schmerz, sondern der Mensch, der Schmerzen hat, muss behandelt werden
§ Der Patient muss bei Fortschreiten der Erkrankung Verluste hinnehmen
§ Trotz Verlust der Integrität des Körpers, Erhaltung der Integrität der Person
§ Fertigwerden mit zunehmender Reduktion ehemals voller Lebensmöglichkeiten
§ Nicht das Sterben, sondern die Qualität des verbleibenden Lebens steht im Mittelpunkt
§ Nicht das medizinisch-technisch Machbare steht im Vordergrund, sondern das medizinisch-ethisch Vertretbare
§ Hilfe zum Leben und Hoffnung für den Sterbenden
§ Lernen durch Zuhören
§ Niemals: “Da ist nichts mehr zu machen”, sondern immer: “Da ist noch viel, das getan werden kann und getan werden muss”
§ excelence in symptom control

SAPV = Spezialisierte ambulante PalliativVersorgung:

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) dient – in Ergänzung zur allgemeinen ambulanten Palliativversorgung – dem Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von Palliativpatienten so weit wie möglich zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung, in stationären Pflegeeinrichtungen bzw. stationären Hospizen zu ermöglichen. Nur ein Teil aller Sterbenden benötigt diese besondere Versorgungsform. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung richtet sich an Palliativpatienten und deren soziales Umfeld, wenn die Intensität oder Komplexität der aus dem Krankheitsverlauf resultierenden Probleme den Einsatz eines spezialisierten Palliativteams (Palliative Care Team) notwendig macht – vorübergehend oder dauerhaft. Sie erfolgt im Rahmen einer ausschließlich auf Palliativversorgung ausgerichteten Versorgungsstruktur. Diese beinhaltet insbesondere spezialisierte palliativärztliche und palliativpflegerische Beratung und/oder (Teil-)Versorgung, einschließlich der Koordination von notwendigen Versorgungsleistungen bis hin zu einem umfassenden, individuellen Unterstützungsmanagement. Multiprofessionalität, 24-stündige Erreichbarkeit an sieben Tagen in der Woche und Spezialistenstatus (durch Weiterbildung und Erfahrung) der primär in der Palliativversorgung tätigen einzelnen Leistungserbringer sind unverzichtbar. Das Team führt regelmäßige multiprofessionelle Teamsitzungen und Fallbesprechungen durch und arbeitet eng mit den Strukturen der Primärversorgung (z.B. niedergelassene Ärzte, Pflegedienste, Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen) sowie den Einrichtungen der Hospizbewegung zusammen. SAPV kann als alleinige Beratungsleistung, Koordinationsleistung, additiv unterstützende Teilversorgung oder vollständige Patientenversorgung verordnet werden. Leistungen nach SGB XI sind jedoch nicht Bestandteil der SAPV.
(Definition DGP und DHPV 15.01.2009)

Hospiz

Von lateinisch hospitium: Gastfreundschaft, Gast; bezeichnet einen Ort der gastfreundlichen Aufnahme. Im Mittelalter berühmt wurden die Hospize für Pilger an gefährlichen Wegpassagen (z.B. an Alpenübergängen). Um 1900 eröffneten die Sisters of Charity in Dublin und London Hospize für arme chronisch Kranke und Sterbende. Im Hospiz St.Joseph, London, arbeitete nach dem 2.Weltkrieg eine englische Sozialarbeiterin, Krankenschwester und Ärztin, Dr. Cicely Saunders. Sie kombinierte die dort praktizierte christliche Fürsorge mit den Erkenntnissen der modernen Medizin, insbesondere der Schmerzforschung und eröffnete 1967 das St. Christopher’s Hospice mit dem von ihr geprägten neuen Hospizkonzept, um umfassend auf die speziellen Bedürfnisse Schwerkranker und Sterbender eingehen zu können. Das moderne Hospiz ist primär ein Konzept, seine Realisierungsformen können unterschiedlich sein – stationär wie auch ambulant. Die Menschen erhalten hier die bestmögliche mögliche medizinische Versorgung, vor allem im Bereich der Schmerztherapie. Achtungsvoll wird hier mit dem Menschen und seinen Sorgen und Bedenken umgegangen. Die Patienten wissen, dass sie unheilbar krank sind. Die Angehörigen werden hier ebenfalls nicht außer Acht gelassen. Sie werden begleitet und betreut. Trauerverarbeitung für die Familienmitglieder zählt ebenfalls zu den Diensten einer Hospizeinrichtung.

Stationäres Hospiz

In Deutschland ist ein stationäres Hospiz eine vom Krankenhaus oder Seniorenheim unabhängige Pflegeeinrichtung, in der Schwerstkranke mit absehbarem Lebensende betreut werden. Wenn ein Sterbender nicht zu Hause gepflegt werden kann und keine Behandlung im Krankenhaus (besser: auf einer Palliativstation) benötigt, bietet das stationäre Hospiz Geborgenheit und kompetente Betreuung (vgl. auch die „Rahmenvereinbarung nach § 39a Satz 4 SGB V über Art und Umfang sowie zur Sicherung der Qualität der stationären Hospizversorgung vom 13.3.1998). Anders als in Deutschland gehören Palliativmediziner in Großbritannien, Irland, USA oder Polen obligatorisch zum Behandlungsteam eines stationären Hospizes.

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